Gründerzeit

GRÜNDUNG, INNOVATION UND VERANTWORTUNG – HIER FÄNGT WIRTSCHAFT AN

Wir Junge Liberale stehen für einen mutigen und optimistischen Blick auf die Zukunft, weil sie jedem von uns Möglichkeiten bieten wird, die wir uns heute noch gar nicht ausmalen können. Wir stehen Innovationen offen gegenüber und sehen in ihnen zu allererst die Chancen statt der Risiken. Fortschritt wird allerdings erst durch die Übernahme von Verantwortung, die Bereitschaft zu investieren und den unablässigen Erfindungsreichtum von Menschen geschaffen, die den Mut haben, Bisheriges zu hinterfragen und etwas Neues zu wagen. Gründer und Unternehmensnachfolger schaffen mit Innovationen eine dynamische Zukunft, sichern die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer sozialen Marktwirtschaft, stellen die Weichen für ein Leben in Wohlstand, sichern durch Verantwortungsübernahme Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfung sowie entwickeln bereits heute eine Perspektive für die Arbeitsplätze von morgen.

Unser Ziel ist daher ein gesellschaftliches und politisches Klima, in dem Menschen Lust haben, in unternehmerischer Verantwortung sowohl Bestehendes in der nächsten Generation weiterzuentwickeln als auch Neues durch innovative Ideen und Prozesse auszuprobieren. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der Menschen dazu ermutigt werden, Neues zu wagen, statt Altem hinterher zu trauern. Und wir wünschen uns eine Politik, in der Fortschritt gestaltet und nicht verhindert wird. Dazu gehört eine echte Kultur der zweiten Chance, in der auch gescheiterten Gründern wieder auf die Beine geholfen wird.

Wir wollen damit anfangenein „BAföG für Gründer“ zu schaffen. Im Rahmen dessen können Ausbildungs- und Studiengänge für die Arbeit am eigenen Geschäftsmodell unterbrochen werden, ohne dass sich dies negativ auf den Abschluss auswirkt. Die praktische Arbeit als Gründer kann dann als Qualifikation auf den Ausbildungs- oder Studiengang angerechnet werden. Bestehende staatlich finanzierte Förderinitiativen für Gründer sollen regional zentralisiert werden und nötigenfalls neu geschaffen werden. In regionalen Gründerzentren können Gründer sich über Finanzierungsmodelle und Unterstützungsprogramme informieren und Netzwerke mit anderen Gründern, Mentoren und potenziellen Investoren knüpfen. Für besonders aussichtsreiche Gründungen sollen Arbeitsplätze und Infrastruktur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt werden.

Weiter fordern wir:

  • Wir wollen den Kammerzwang abschaffen. Die Kammern sollen sich zukünftig vereinsrechtlich organisieren, um eine stärkere innerverbandliche Demokratie und Transparenz zu gewährleisten. Dabei konkurrieren Kammern außerhalb ihrer Pflichtaufgaben mittels unterschiedlicher Beitragshöhen und Leistungskataloge um Mitglieder.
  • Zur Stärkung des Investitionsstandortes Deutschland wollen wir die Einführung eines Venture-Capital Gesetzes. Durch dieses soll die Eigenkapitalfinanzierung gegenüber der Fremdkapitalfinanzierung vor allem steuerlich gleichgestellt werden. Neben der vollständigen Abschreibung von Verlusten aus VC und dem vollen und zeitlich unbegrenzten Erhalts von Verlustvorträgen für Start-Ups, soll es institutionellen Anlegern (wie bspw. Lebensversicherungen) erleichtert werden mit Wagniskapital in Start-Ups zu investieren: Pensionskassen, Versorgungskassen und Versicherungen in Deutschland wollen wir daher die Finanzierung von Start-Ups nach dem Vorbild des „Zukunftsfonds Schweiz“ ermöglichen. Durch entsprechende Risikobündelung kann Venture Capital an zukunftsträchtige, junge und innovative Unternehmen gegeben werden, die für einzelne Fonds zu riskant wären.
  • Damit junge Unternehmen Deutschland nicht weiterhin aus finanziellen Gründen den Rücken kehren, wollen wir flankierend zur Einführung eines VC-Gesetzes die Bildung eines eigenen Börsensegmentes für Start-Ups. Damit werden die Rahmenbedingungen für VC im Allgemeinen verbessert und Investitionen in Start-Ups gefördert.
  • Behördengänge für Gründer müssen soweit reduziert werden, dass eine Gründung an einem einzigen Werktag und online möglich ist. Hierzu braucht es eine zentrale behördliche Anlaufstelle für Gründer. Diese soll auch eine kostenlose rechtliche Erstberatung leisten, um unter anderem die Zulässigkeit von Geschäftsmodellen zu überprüfen und die Rechtsformwahl zu erleichtern.
  • Um bereits früh mit der Möglichkeit des Gründens in Kontakt zu kommen, befürworten wir dessen Vermittlung schon in der Schule. Dazu gehören insbesondere Schulprojekte wie
    Start-Up-Workshops und -Wettbewerbe. Dies muss auch in Kooperationen mit Unternehmen stattfinden dürfen. An Hoch- und Berufsschulen soll ein gründungsfreundliches Klima gestärkt werden. Daher begrüßen wir die Einrichtung von Gründungszentren und Co-Working-Spaces und die Möglichkeit der Anerkennung von Urlaubssemestern für Gründer.
  • Um die berufliche Selbstständigkeit auch nach der Ausbildung und insbesondere im Handwerk zu fördern, fordern wir die Möglichkeit nachgelagerter Gebühren für Meister- und Fachwirtprüfungen.
  • Neuen Konzepten der Shared Economy wollen wir keine Knüppel zwischen die Beine werfen – im Gegenteil: Gerade der Wohnungs- und Personenbeförderungsmarkt muss liberalisiert werden, um Innovationen zuzulassen. Wer beispielsweise seine Wohnung in den Ferien an einen Gast vermieten möchte, soll dies auch problemlos dürfen.
  • Forschung und Entwicklung sollen verstärkt gefördert werden – dies muss jedoch stets technologieneutral und undogmatisch erfolgen. Dafür wollen wir auch privaten Unternehmen Kooperationen mit Hochschulen erleichtern. Zudem sollen Ergebnisse staatlich geförderter Forschung grundsätzlich öffentlich verfügbar werden („Open Access”), um so die gesamte Gesellschaft am wissenschaftlichen Fortschritt teilhaben zu lassen. Publikationen, die aus staatlichen Mitteln gefördert wurden, sollen nach Ablauf einer Frist von 6 Monaten öffentlich zugänglich gemacht werden. Im Falle einer nicht ausschließlich staatlichen Wissenschaftsfinanzierung, etwa bei der Beteiligung privater Drittmittelgeber, soll diese Frist angemessen verlängert werden. Ausgenommen vom öffentlichen Zugang sollen jedoch Forschungsergebnisse sein, für die ein berechtigtes staatliches Geheimhaltungsinteresse besteht, insbesondere wenn es sich um für die Bundesrepublik Deutschland und ihre Partner sicherheitsrelevante Bereiche handelt.
  • Dogmatisch geprägten Verboten, denen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde liegen, stehen wir kritisch gegenüber. Daher wollen wir auch die Forschung an und den Einsatz von Gentechnologie in Deutschland und Europa vereinfachen.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: